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Sonnenfelsplatz

"Shared Space" für den Uni-Kreisverkehr

Am 11.Oktober 2011 eröffnet

Die Umbauarbeiten am Sonnenfelsplatz, dem Kreisverkehr vor der Uni-Mensa, starteten am 25. Juli 2011. In nur zehn Wochen Bauzeit wurde der Platz nach dem Konzept „Shared Space" neu gestaltet und wurde am 11. Oktober 2011 offiziell für die Verkehrsteilnehmer- Innen geöffnet. 





Stadt Graz - Falk




Ausgangslage

Eine Generalsanierung des Sonnenfelsplatzes war seit Jahren dringend notwendig. Mit einer Frequenz von 15.000 Fahrzeugen/Tag, zu Spitzenzeiten 3.400 FußgängerInnen und 640 RadfahrerInnen pro Stunde hat die Zeit ihre Spuren am Platz hinterlassen und macht gleich-zeitig deutlich, dass der Kfz-Verkehr nicht den Hauptanteil der Verkehrsbelastung ausmacht.

Fahrspurrillen und Frostschäden haben die Oberfläche beschädigt, auch die Leitungsinfrastruktur unter der Erde war längst sanierungsbedürftig. Im Zuge der Neugestaltung wurden daher sämtliche unterirdische Leitungen am Platz und den einmündenden Straßen, wie Strom, Kommunikation, Gas, Wasser und Abwasser nach dem neuesten Stand der Technik erneuert, zudem wurde auch die Fernwärmeleitung in der Beethovenstraße bis zum Spar-Markt verlängert. Die Kosten für die gesamten Leitungsverlegungen, die Neugestaltung des Platzes, Beleuchtung, urbane Möblierung und eine eineinhalb Jahre dauernde Evaluierung des aufsehenerregenden Projektes betragen gesamt 750.000 Euro.



Neue Mobilitätskultur

Das Konzept „Shared Space" setzt sich zum Ziel einen lebenswerten Straßenraum für alle zu schaffen und dadurch die Mobilitätskultur durch Förderung der Koexistenz der VerkehrsteilnehmerInnen zu verbessern. Der öffentliche Raum soll so eingerichtet und gestaltet werden, dass er zu einem Ort der menschlichen Begegnung, der Kommunikation und des sozialen Umgangs wird.

VerkehrsteilnehmerInnen sind voneinander nicht durch Höhenunterschiede getrennt, sie teilen sich verantwortungsbewusst und aufeinander achtend den Raum. Ziel dieses ursprünglich aus Holland kommenden innovativen Verkehrskonzeptes ist es, die Mobilitätskultur durch die Förderung des Miteinanders unterschiedlicher Fortbewegungsarten zu verbessern.

Es wird dabei weitgehend auf Straßenmarkierungen und Verkehrszeichen verzichtet, wodurch die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung, wie z.B. die Rechtsregel zur Anwendung kommen. Mit diesen Maßnahmen wird eine gewollte Unsicherheit erzeugt, welche die VerkehrsteilnehmerInnen dazu zwingt, den Raum situationsbedingt unter anderem durch Blickkontakt mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen einzuschätzen.



StVO ist zu beachten!

Auch wenn der Shared Space nicht im gewohnten Sinn beschildert und gestaltet ist, gelten auf dem Platz die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung und damit auch die Rechtsregel und der Vertrauensgrundsatz. Besondere Bedeutung erhält der § 20, der alle motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen dazu verpflichtet, ihre Geschwindigkeit den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Wo die Situation mehrdeutig oder verkehrstechnisch unklar ist, besteht daher die Verpflichtung, die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Auch für das Verhalten der FußgängerInnen (§ 76) gilt, dass sie nicht ‚überraschend' die ‚Fahrbahn' betreten dürfen (Abs. 1) bzw. diese in angemessener Eile (Abs. 5) überqueren müssen FußgängerInnen, hier vor allem Kinder und ältere Personen, finden in den durchgehend eingefärbten Bereichen entlang der Fassaden einen geschützten Bereich. Dort kommen keine Autos hin und sollten auch keine RadfahrerInnen fahren. Im Bereich der „Klaviertasten" ist Platz für den Mischverkehr. Durch die farbige Gestaltung des Platzes werden einfahrende VerkehrsteilnehmerInnen vorgewarnt, besonders achtsam zu sein, weshalb - und das hat die Praxis bei vergleichbaren Shared Space -Projekten gezeigt - auch Tempo verringert wird, wodurch Unfälle reduziert werden konnten.



Modell und Planungen

Das Modell orientiert sich an Beispielen aus den Niederlanden, wo schon mehrfach bewiesen wurde, dass VerkehrsteilnehmerInnen in Shared Space Räumen Rücksicht aufeinander nehmen und das Miteinander unterschiedlicher Fortbewegungsarten verbessert wird. Die Planungen wurden gemeinsam mit den BürgerInnen und einem achtköpfigen Projektteam aus Architekten, Verkehrsplanern, Soziologen, Bauingenieuren und Beleuchtungsplanern erarbeitet.

Beteiligt waren die Büros Kleboth-Lindinger-Architekten, Helmut Koch Komobile Verkehrsplanung, Michael Sammer, Zoufal Lichtgestaltung und DI Fritsch. Von Seiten der Stadt wurde das Projekt koordiniert und begleitet von der Stadtbaudirektion, DI Thomas Fischer und DI Heike Falk.



Bildvergrößerung
kleboth lindinger dollnig. Koch-KOMOBILE,Sammer



Taktile Leitlinien, tastbarer Plan, Mobilitätstraining

Ein tastbarer Plan hilft blinden und sehbehinderten Menschen sich mit den Fingern einen Überblick über die geänderte Verkehrsführung im Shared Space zu verschaffen und sich die Situation am Sonnenfelsplatz samt seinem taktilen Blindenleitsystem einprägen zu können. Im Zusammenhang mit dem Tastplan wird auch ein begleitendes Mobilitätstraining angeboten. Informationen dazu erhält man im Referat Barrierefreies Bauen der Stadtbaudirektion Graz unter Telefon + 43 316 872-3508 oder 3507 sowie per E-Mail an barrierefrei@stadt.graz.at

Tastplan
Tastplan Legende
Tastplan Details



ÖGUT Auszeichnung für Planung des Grazer Shared Space

Für die innovative BürgerInnenbeteiligung auf dem Weg zum Shared Space - im Rahmen einer so genannten Charette waren in konzentrierten Workshops mit den Fachleuten die Bevölkerung und Interessensvertretungen zum Mitplanen eingeladen worden - erhielt das Projekt kürzlich den begehrten Hauptpreis der „Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik" (ÖGUT) in der Kategorie Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement. Vorzeigeprojekte aus ganz Österreich waren zur Wahl gestanden - die Fachjury belohnte jedoch Graz mit folgender Begründung: „Das in dieser Form durchgeführte Projekt ist in Österreich und Europa nahezu einzigartig und stellt eine Bereicherung im Hinblick auf Partizipations-Ansätze dar!" 



Archiv

24.11.2009: Charrette : Neues Bürgerbeteilungsverfahren
23.12.2011: Tastplan für blinde Menschen





Projekt unterstützt durch die Europäische Union









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Siehe dazu auch:



Sonnenfelsplatz Pläne




Downloads:



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